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Städtebau und Landschaft
Bei einem Besuch unserer Heimat wird Ihnen sofort die Anlage unserer Städte und Dörfer auffallen. Im weiten Flachland unseres Verwaltungsbezirks wurden die Ortschaften im allgemeinen in Hanglage oder auf kleinen Anhöhen errichtet, und zwar aus zwei sehr offensichtlichen Gründen: Zum einen waren sie so vor möglichen Überschwemmungen sicher und zum anderen ergaben sich in Zeiten, in denen sich der Feind noch hoch zu Pferd näherte, erheblich bessere Sichtverhältnisse und Möglichkeiten zur Verteidigung.
Ein anderes typisches Merkmal ist die relativ große Entfernung der Ortschaften zum Meer. Viele Küstenorte liegen so mehrere Kilometer weit landeinwärts, ein Umstand, der in der Vergangenheit größeren Schutz gegenüber vom Meer her kommenden Gefahren bot – man denke nur an die früher so häufigen Überfalle durch Korsaren. Typische Beispiele dieser urbanistischen Anlage sind etwa Torroella de Montgrí und sein Hafenviertel L’Estartit, Castell d’Aro und Platja d’Aro, Calonge und Sant Antoni de Calonge usw. Früher umfasste der Hafen nur ein paar Fischerhütten; größere Gebäude waren aufgrund der bestehenden Unsicherheit nicht vorhanden. Als die vom Meer her drohenden Gefahren zurückgingen, begannen diese rudimentären Niederlassungen bald schon zu wachsen und sich auszubreiten und wurden schließlich zu großen Urlaubszentren mit Apartmentkomplexen, Hotels, Restaurants und Nachtleben für all jene, die die Schönheit unserer Buchten und Strände genießen wollen.
Zwei große Gemeinwesen befanden sich jedoch von allem Anfang an in unmittelbarer Strandnähe: Palamós (dessen Gründung auf ein königliches Dekret zurückgeht) und Sant Feliu (das im Schutze des im 10. Jahrhundert gegründeten Klosters heranwuchs und durch eine im 17. Jahrhundert zerstörte Befestigungsanlage gesichert war). Einen Besuch der historischen Zentren und der modernen Wohnviertel dieser beiden Städte sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Das eifrige Gewimmel in ihren Straßen und Gassen mit all ihren großen und kleinen Geschäften und Restaurants führt einem den ganz besonderen Reiz dieser typisch mediterranen Orte mit aller Eindringlichkeit vor Augen.
Anders die in den mehr bergigen Gebieten gelegenen Gemeinden: hier, wo man sich vor allem der Landwirtschaft widmet, verläuft das Leben noch ruhig und gemächlich, ja oft meint man, die Zeit würde hier still stehen. Immer wieder stößt man in diesem Teil des Landes auch auf zum Teil außergewöhnlich schöne und oft noch befestigte Einzelgehöfte, die in etwa ab dem 17. Jahrhundert entstanden und reichen Großbauern gehörten.
 Im Hinterland liegt das Hauptgewicht auf den größeren Städten, die die kulturelle Offerte und das weite Dienstleistungsangebot auf sich konzentrieren. Viele dieser Städte wuchsen in der Folge einer beachtlichen wirtschaftlichen und industriellen Entwicklung heran, so etwa Palafrugell, Palamós, Sant Feliu de Guíxols im Zeichen der Korkverarbeitung oder La Bisbal als Zentrum der Keramik, die aufgrund der sorgfältigen Arbeit und der hier gebotenen Qualität weithin berühmt und bekannt geworden ist.
Der Wochenmarkt – in der Vergangenheit ein äußerst wichtiges Ereignis im Leben all dieser Dörfer und Städte – hat heute viel von seiner früher so großen landwirtschaftlichen Bedeutung verloren und richtet sein Angebot derzeit mehr nach dem allgemeinen Bedarf der einheimischen Bevölkerung aus.

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