 Unweit der sogenannten Lagune von Pals gibt es eine kleine Anhöhe, die dicht mit Bäumen, Dornbüschen und Gestrüpp bewachsen ist. Die Vegetation wuchert so wild, dass sie für den Menschen fast undurchdringlich ist. Wenige Einwohner des Ortes nur verlieren sich in diese Gegend; allenfalls findet man noch den einen oder anderen Jäger auf der Spur seiner Beute, aber auch dies nur, wenn es unbedingt sein muß und stets rasch und mit einer gewissen Unruhe. In Pals erzählt man, dass in bestimmten Nächten um diese Anhöhe herum ein furchterregendes Röhren zu vernehmen sei. Die einen sagen, es rühre von einem Drachen her, die anderen, es seien die Geister derer, die bei ihrer Arbeit auf den Reisfeldern einst im Sumpf versunken sind, und wieder andere bringen die schaurigen Laute mit einem vorgeschichtlichen Tier in Verbindung, das sich dort bis auf unsere Tage habe halten können und dessen Schatten unmittelbar vor den Rufen auch schon beobachtet worden sei. Eher realistisch denkende und vielleicht auch etwas weniger kleinlaute Bürger machen für das Röhren den Nordwind verantwortlich, der sich in der Lagune und den Höhlen des Hügels verfängt und auf diese Weise die so schrecklichen Laute hervorbringt. Mit Gewissheit weiß jedoch niemand, wie diese Laute wirklich zustande kommen. Wer sich also dieser Gegend nähert, der sollte für alle Fälle eine gewisse Vorsicht walten lassen, um nicht vor Schreck zu erstarren, wenn plötzlich vor ihm das Röhren der Lagune ertönt...
Aus: Pals. Conjunt medieval.
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