Vor vielen, vielen Jahren lebte in Sant Feliu de Guíxols eine sehr böse alte Hexe, die den Einwohnern der Stadt gegenüber großen Groll hegte. Man raunte, es sei der Kinder wegen, die ihr Steine nachwarfen und sie verhöhnten, wenn sie auf den Straßen des Ortes um Almosen bettelte. Beim Treffen der katalanischen Hexen auf dem Malrem-Hügel klagte die böse Hexe ihren Schwestern ihr Leid und bat sie um Mithilfe, um sich an den Einwohnern von Sant Feliu gebührend rächen zu können. Eines Tages, als die Boote noch auf dem Meer waren, erschienen so plötzlich riesige schwarze Wolken über der Küste und dem Ort, brachen in sieben großen Sturmböen aus, die den Ort grausam verwüsteten, und schlossen sich endlich zu einem einzigen, gigantisch aufbrausenden und äußerst gewaltvollen Taifun zusammen. Jedermann flüchtete sich ins Gebet, und mit Beschwörungen und Gottes Hilfe nahm der Sturm schließlich ein Ende und die Boote konnten in den Hafen zurückkehren. Als jedoch wieder Stille zu herrschen schien, fiel mitten auf dem Platz ein großer schwarzer Vogel von furchterregender Gestalt vom Himmel. Die Kinder fingen ihn ein, spielten mit ihm und brachten ihm nicht wenige Grobheiten bei. Im Körper des Vogels aber verbarg sich der ganze Zorn der Hexen: die Kinder wurden krank und wurden vom Tod dahingerafft, eins nach dem anderen. Der Ort war untröstlich ob eines solch großen Unheils. Und so fanden sich schließlich die Obrigkeiten von Sant Feliu zusammen, darunter auch der ehrenwerte Herr Barraquer, welcher gelobte, zum ewigen Gedenken an dieses große Unglück einen eisernen Vogel bauen zu lassen, wenn die Pest nur endlich ein Ende fände. Und so war es dann auch: Die Pest kam zum Erliegen, und Herr Barraquer ließ einen eisernen Vogel anfertigen, den die Familie, dem Gelübde ihres Ahnherrn folgend, auch heute noch hütet und aufbewahrt.
Aus: El Baix Empordà, fantasia i realitat.
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